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Acherner Racing-Team hofft auf Rekord in den USA

Die „Diva“ des Acherner Racing-Teams „Moresalt“ mit Fahrer Günter Retsch hat wie 2012 die Startnummer „48“. Die Piste auf dem legendären Salzsee von Bonneville ist für die Weltrekordläufe in „good condition“ und von der Boxengasse auf dem Salzsee bis in die Badische Heimat stehen alle Racer unter Vollgas, ob die anvisierte Fahrt mitten hinein in den „Club der Unsterblichen“ gelingt oder ob „Mutter Natur“ wieder einige Schikanen bereit hält. Denn aufgrund heftiger Niederschläge und der Verwandlung der Salzwüste in einen Salzsee musste vor 14 Tagen die Speed Week ins Wasser fallen, die Günter Retsch und sein Team als Einrollen und Feinjustierung auf dem salzigen Grund vorgesehen hatten. Stattdessen musste die Rennmaschine im schmucken Ducati-Gelb in der Boxengasse bleiben, die Teammitglieder machten sich auf Trips durch die USA und bis hinauf nach Kanada und hoffen nun im sechsten Gang auf den Start bei den Motorcycle Speed Trials vom 23. bis 28. August.

 

Am heutigen Samstag, 23. August, ist die Technische Abnahme und hierbei wird vom Bike über den Rennanzug bis zum Helm alles geprüft, ob den Regularien entsprochen wird und Günter Retsch und Ersatzfahrer Daniel Grießmayer die Startfreigabe erhalten und über die salzige Piste „brettern“ dürfen, um jene heiß ersehnten 201 Meilen (323,48 Stundenkilometer) für „Ruhm und Ehre“ zu fahren. Denn die sind die Fahrkarte für die Mitgliedschaft im 200-Meilen-Club und der „Run“ auf der ewigen Weltrangliste, auf der bislang nur Wilhelm Herz als einziger deutscher Biker steht. Denn der berühmte „Weltrekordmann“, der 90 Weltrekorde auf zwei und vier Rädern herausfuhr, war 1956 der erste Motorradfahrer der Welt auf den Bonneville Salt Flats schneller als 200 Meilen pro Stunde. „Es wird jetzt höchste Zeit, dass jemand in die Fußstapfen meines Vaters tritt“, meinte der Sohn Heinz Herz, als die „Diva“ für die Reise in die USA verladen und zuvor als Glücksbringer mit seinem Autogramm auf der knallgelben Verkleidung versehen wurde.

 

Nun ist bei den Racern alles auf Hoffnung und Vollgas im sechsten Gang eingestellt, nachdem vor 14 Tagen ausgerechnet zu den Jubiläumsläufen 100 Jahre Bonneville Land-Speed-Racing geradezu 100 Liter Wasser pro salzigem Quadratmeter hernieder prasselten und in die ersten Runs in einem „Tal der Tränen“ ausbremste. Während die meisten der angereisten Biker zwischen England, Japan und Neuseeland wegen der Speed-Week anreisten und im Leerlauf da standen, machte das Acherner Team aus der Not eine Tugend und erkundete Land und Leute. Die einen urlaubten in Kanada, die anderen zog es in Richtung Denver und Rocky Mountains und wieder andere fuhren an den Lake Tahoe in Richtung Westküste. Wenn alles wie geplant verlief, sollten gestern alle wieder in Wendover eingetroffen sein und „Trucker“ Torsten Peter müsste die „Diva“ wie 2012 sicher auf die salzige Pole Position chauffiert haben.

 

Nachdem „Mutter Natur“ in den letzten Tagen mit Sonne und Wind dafür sorgte, dass der Salzsee wieder austrocknete, haben die Stuarts des Veranstalters alle Hebel in Bewegung gesetzt. Die beiden Rennpisten wurden etwas näher an den Highway verlegt, die Arbeiten sind erledigt und die Salzkruste ist „schön krustig“, so dass es eigentlich keinen Zwischenstopp mehr geben dürfte. Aber „Mother Nature“ ist unberechenbar und auch 2012 machte einsetzender Regen den Teams einen Strich durch die Rechnung, doch kurz vor Toresschluss gelang Günter Retsch der FIM-Weltrekord (Federation Internationale de Motocyclisme) mit 169,047 Meilen / 272,272 Stunden Kilometer auf der „fliegenden Meile“ und der Nationale AMA-Rekord in der Zweizylinder-Klasse bis 1000 Kubikzentimeter. Nun stehen die Ampeln wieder auf Grün für die „Schruber un Bäschdler“, aus dem Herzen Badens. Die „Diva“ wurden komplett überarbeite und fein getunt. Das Team lief zwei Jahre heiß für den Rekord und auch Heinz Herz fiebert mit und hat einen erfahrenen Weltrekordtipp bereit: „Günter, beim ersten Run gleich volle Kanne“.