Your Browser doesn't support CSS3 transitions!
Please try a different browser...
Impressum
Bonneville 2014

Bonneville 2014 liegt nun 6 Wochen zurück. Wir alle haben diese Zeit genutzt, um unseren Fahrer wieder nach Hause zu bringen und die Erlebnisse zu verdauen.

 

Hier die Zusammenfassung der Ereignisse:

Zwei Jahre Organisation, Events, Umbauten, technische Abstimmung und unzählige Tests lagen hinter uns. Mit einer exzellent aufgestellten Maschine, einem Sprinter mit allem nötigen Equipment und einem eingefahrenen Weltrekord 2012 in der Tasche, traf das MoreSalt 2014-Team am 8. August in Bonneville ein. 12 Männer und Frauen waren bereit, in den 200 Meilen-Club einzufahren, sie brannten darauf die Maschine auszutesten und den eigenen Rekord noch zu verbessern… Doch es sollte anders kommen als geplant, denn Petrus war uns nicht wohlgesonnen.

 

Unser Plan, die „Speedweek" an ihrem 100. Jubiläumsjahr zum Einstellen von Motor und Fahrwerk zu nutzen, fiel sprichwörtlich ins Wasser. Eine Überschwemmung wie Jahrzehnte davor nicht gesehen, ließ diese Idee untergehen. Selbst zwei Wochen später, zur zweiten gemeldeten Veranstaltung, war diese Wassermasse noch nicht vollständig abgetragen. Wasser auf dem Salzsee verdunstet nur und kann nicht einsickern, daher ist Wind und Sonne sehr wichtig zum Abtrocknen. Gleich am Anfang der folgenden 5-tägigen „Motorcycle Speed Trials“ war klar, dass der geringste Regen für Abbruch sorgen könnte. Wir waren aber hochmotiviert und wollten nur eines: Das Bike fahren und die 200 mph Marke knacken.

 

Am Samstag war die Technische Abnahme, die wir ohne Probleme hinter uns brachten. Das Ein- und Ausfahren zum Fahrerlager war bereits heikel, da die Zufahrt noch immer ziemlich unter Wasser stand. Auch stand der sonst genutzte Abschnitt für die Trials unter Wasser, so dass die Speedstrecken verlegt werden mussten.

 

Nach zwei Jahren intensivster Vorbereitungen hatten wir dann am Sonntag um 13.00 Uhr endlich unseren ersten Run. Günters Aufgabe, das Bike und die zum Teil noch schwammige, neue Strecke zu testen wurde souverän mit einer Geschwindigkeit von 160,137 mph erledigt. Nun konnte das Arbeiten an den Einstellungen des Bikes endlich anfangen.

 

Am Montag, dem 2. Renntag, war um 14.00 Uhr klar, heute fährt auf Grund von Windgeschwindigkeiten um die 20 mph kein Fahrzeug mehr. Wir verließen das Salz ohne Wertungslauf. Um 15.00 Uhr stellten wir ein Problem mit der Elektrik fest. Die Motordaten konnten nicht ausgelesen und das Fahrzeug nicht gestartet werden. Fehlersuche im Motel war angesagt. Der Parkplatz hielt kurzerhand als OpenAir Werkstatt her. Abends um 23.30 Uhr war es geschafft. Ein kleiner Kontakt, der erneut gelötet werden musste, war der Übeltäter. „Fehler erwischt und behoben“ und weiter ging die nun langsam echt nervenaufreibende Woche.

 

Am Dienstag, dem 3. Renntag, konnten wir um 12.00 Uhr unseren zweiten Wertungslauf fahren. Mit einer Zeit von 155,583 mph war nun auch deutlich in welche Richtung die Einstellungen am Fahrwerk geändert werden mussten. Das Drama nahm seinen Lauf. Die Strecke an der wir im vorderen Start anstehen wird für Fahrzeuge, die schneller als 150mph sind, gesperrt. Es ist zu nass und schwammig, wir werden auf die kürzere Strecke verwiesen, wodurch wir den Renntag ohne Vorstartplatzierung beenden müssen. Wir fahren zurück ins Motel. Um 21.00 Uhr beobachten wir fassungslos wie sich ein Gewitter mit Regenguss über Bonneville entlädt. Das Team ist geschockt, die Unsicherheit über den Fortgang der Veranstaltung steht jedem ins Gesicht geschrieben.

 

Am Mittwoch, dem vierten Renntag, stehen wir um 08.00 Uhr auf der Fahrerbesprechung und erhalten die Info, dass gefahren werden kann. Die erste Erleichterung weicht mit der Benachrichtigung um 13 Uhr: Rennabbruch – zu viel Wasser auf der Strecke. Es gibt nur noch eine Chance zu fahren und die ist am Donnerstag, dem letzten Renntag. Wir nutzen den freien Nachmittag, um mit Horst Rössler, einem befreundeten Fotografen, Fotos vom Team und Bike zu machen. Es machte großen Spaß und tat dem Team und der Stimmung sehr gut.

 

Mit neuer Energie fuhren wir am Donnerstag, dem 5. und letzten Renntag um 05.00 Uhr früh los, um unseren 3. Lauf an dieser Veranstaltung zu absolvieren.

 

Nach langem Anstehen und Warten war es dann soweit - Günter konnte seinen dritten Run fahren. Das Team bekam die Zeit durchgesagt. 175 mph. Das hieß: Eigener Rekord eingestellt und richtige Richtung bei den Fahrwerkseinstellungen eingeschlagen.

 

Genau hier wären wir gerne, hätte das Wetter mitgespielt, drei Wochen zuvor auf der Speedweek gewesen: Ab dem 3. Run schneller als 2012 und noch genügend Zeit und Runs, um noch schneller zu werden.

 

Sofort machten wir uns auf die Fahrt, um unseren Fahrer am Auslauf abzuholen. Auf Hälfte der Strecke, am Turm der Zeitnehmer und Streckenüberwachung, wurden wir gestoppt mit der erschütternden Information, dass Günter mit hoher Geschwindigkeit im Auslauf gestürzt war und das Bergungsteam losgeschickt wurde. Eine Stunde später wussten wir zwar wie das Fahrzeug aussah aber nicht, welche Verletzungen sich Günter zugezogen hatte. Eine Zeit des Wartens und Bangens begann.

 

Günter kam per Helikopter in das 200 km entfernte Universitäts-Krankenhaus in Salt Lake City. Die Erstversorgung hier ist erstklassig für Unfallopfer mit Polytrauma. In 6 Tagen wurde er 4 Mal operiert. Rechtes Sprunggelenk, rechte Hand, linker Fuß, linke Rippen, linke Hand, linker Oberarm, linkes Schlüsselbein, linke Schulterplatte waren gebrochen. Mehrfachbrüche, die alle heilen werden, ihn aber noch lange von einem normalen Leben abhalten werden.

 

Nach seinen OP’s begann für Günter das Warten auf das Okay für einen Rücktransport. Seine Frau Peggy stand ihm die gesamte Zeit zur Seite. Das Team hatte zwischenzeitlich den Sprinter beladen und ihn für das Verschiffen Richtung Houston gefahren. Drei Wochen nach seinem Unfall kam Günter nach Freiburg in die Uniklinik, eine Woche später nach Hause.

Zur Zeit wird er vom Therapeutenteam Behnke & Knöpfler fit für die Reha gemacht - Danke an euch für das große Engagement. Ab Mitte Oktober wird er für mehrere Wochen zur Reha gehen. Sein Ziel ist es, im Frühjahr wieder fit für Vergnügen und Arbeit zu sein.

 

 


 

 

Sehr viele Menschen haben 4 Jahre lang Herzblut und Arbeit in das Bonneville-Ducati-Projekt gesteckt. Wie sind noch stärker zusammengewachsen und haben unsagbar viele Erfahrungen gemacht, sehr viel Unterstützung erfahren, ein technisches Meisterwerk hervorgebracht und mit ihm einen Weltrekord in unserer Klasse aufgestellt. Wir haben einen Traum gelebt!

 

Noch mehr Menschen haben uns unterstützt. Angefangen mit dem Kauf eines Support-T-Shirts, über technische und materielle Hilfe, Sponsorenbeträge und Museumsausstellungen bis hin zum Windkanal Aufenthalt bei Audi.

 

ALLEN Menschen, die beteiligt waren gilt unser größter Dank.

 

Das Projekt MoreSalt 2014 wird zu Ende sein, nachdem alle Fahrzeuge zurück sind und alles vom Salz befreit ist. Das Team, die Freunde und das Hoffen auf baldige, schnelle Genesung von Günter bleiben. Deshalb halten wir alle Interessierte über unsere Online Medien auf dem Laufenden.

 

Neu in unserer Galerie - Impressionen von Horst Rösler

 
von first asphalt zu nowsalt nach moresalt - SALZGESCHICHTEN

 

klick dich von hier weiter zu den Bonneville-Berichte 2014

 

klick dich von hier weiter zur Projekt-Timeline