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Text und Fotos von Roland Spether

Bis Tempo 280 hat man es schon geschafft

Badische Greife auf der Weltrekordmaschine / Das Motorrad macht sich auf den Weg in die USA Achern (sp).

Die Badischen Greife zieren die Verkleidung der „Diva“ vom Team von „First Asphalt, Now Salt“, mit der Günter Retsch Mitte August auf dem Salzsee im amerikanischen Bonneville (Utah) den Weltrekord von 350 Stundenkilometern knacken will. „Wir sind doch ein Team aus Baden“ meinte der Biker zu der badischen Wappenzier auf der Verkleidung in „Perlmutt-Metallic“, auf der neben den Sponsoren auch die deutschen Farben nicht fehlen dürfen.

Die Maschine ist jetzt auf dem Weg nach Bremerhaven, wo sie mitsamt dem eigens präparierten Transportfahrzeugs in einen Container verfrachtet wird und am 20. Juli mitsamt einem Ersatzmotor und viel Werkstatt- Equipment die Reise über den großen Teich antritt. Die Technische Abnahme durch den Veranstalter erfolgt am 24. August und ab dem 25. August ist der ultimative Showdown auf dem glühend heißen Salzsee angesagt, wenn Günter Retsch auf die Maschine mit 300 PS steigt. „Wir können es selbst kaum glauben, dass sie fertig ist“, so Günter Retsch inmitten des Rennteams von 20 Personen. Alles kam irgendwie und mit Hilfe vieler Freunde und Sponsoren ins Rollen und nun ist die Zielgerade erreicht. Wen wundert es da, dass das Rennfieber steigt und steigt und in den nächsten Wochen das Motto der Biker, Schrauber, Konstrukteure und Tüftler kurz und prägnant lautet: „einfach mache“. Dass der Weltrekord eingefahren wird und „Ruhm und Ehre“ mitten in Baden in Achern und Fautenbach ihren triumphalen Einzug halten, besteht für das Team nicht der Hauch eines Zweifels. „Wir haben noch nicht alles ausgereizt, aber 280 ist sie im fünften Gang schon gelaufen“, so Günter Retsch, der mit der „Diva“ bei einem Testlauf über die Piste einer Landebahn „bretterte“. „Ich bin ganz arg stolz, was die auf die Beine stellten“, meinte Peggy Retsch, die Ehefrau des Bikers auf Weltrekordkurs. „Ein mulmiges Gefühl habe ich schon, aber das gehört einfach mit dazu“. Beim Trip in die USA wird die Fahrerin einer Harley Davidson ihren Ehemann selbstverständlich begleiten und sich bestens um ihn kümmern. „Ich habe vollstes Vertrauen in ihn und in die Maschine“. Völlig unklar ist derzeit eigentlich nur noch die spannende Frage, wann und wer den extrem langen und in 20 Jahren gehegten und gepflegten Rasta-Zopf abschneiden darf, damit die Haarpracht von Günter Retsch die Aerodynamik nicht zerstört. Nach einer bislang nicht bestätigten Meldung aus dem Rennteam soll der Mechaniker, Seelsorger und „alte Kumpel“ Jürgen Schmidt auserkoren sein, den „Goldenen Schnitt“ zu vollziehen. „Von mir aus darf jeder mal schneiden, aber nur so viel, wie ich das sage“, stellt Günter Retsch messerscharf fest.