Team mit Herz

artikel09072012
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Foto und Text: Michaela Gabriel

Bike ist startklar für Salzpiste

Heinz Herz gab Nowsalt-Team in Achern Tipps für geplanten Rekord

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Das Nowsalt-Team aus Achern steht kurz vor der Reise in die USA. Am letzten »Schraubertag« schaute Heinz Herz, dessen Vater Wilhelm Herz 1956 als erster Mensch schneller als 200 Meilen pro Stunde fuhr, in der Werkstatt vorbei.

In den »200-Miles- Club« will Günter Retsch aus Achern auch. 322 Stundenkilometer schnell muss die Turbo- Ducati des Nowsalt-Teams dafür Ende August auf dem Bonneville-Salzsee im USA Bundesstaat Utah sein. Und er will noch mehr: »Mit 350 Sachen wären wir die schnellste Ducati der Welt – das ist das Ziel.« Heinz Herz, Sohn des bekannten Motorsportlers Wilhelm Herz, machte sich ein Bild von dem gewagten Projekt und stellte dann fest: »Was sie vorhaben, ist eine echte Herausforderung. Aber ich habe den Eindruck, dass sie sehr professionell vorbereitet sind.« Die Begegnung mit dem Sohn einer Legende sorgte bei den modernen Geschwindigkeitsjägern am Samstag immer wieder für Gänsehaut. Es wurden Erlebnisse ausgetauscht, technische Details besprochen, Erinnerungsfotos geschossen. Schon heute, Montag, will das Acherner Team die selbstgebaute Maschine mit dem Ducati-Motor in einen eigens angeschafften Sprinter verladen. Am Donnerstag wird das Fahrzeug mitsamt der Ausrüstung nach Bremerhaven gebracht und am Freitag beginnt seine 17-tägige Reise nach Amerika.
»Das Salz ist ein Naturphänomen, eine ganz andere Geschichte als Asphalt«, schärfte Heinz Herz dem Team in der Werkstatt von »Otteni & Strauß« im Acherner Industriegebiet ein. Er ließ die Tüftler teilhaben an seinen eigenen Erfahrungen auf dem Salzsee 2006, als die Amerikaner dort den 50. Jahrestag des 200-Meilen- Rekords feierten (mehr dazu auf www.wilhelmherz.de). Außerdem überreichte der 67-Jährige aus Dudenhofen dem Nowsalt-Team ein signiertes Buch über seinen Vater, der 90 Weltrekorde auf zwei und auf vier Rädern gebrochen hat als »schnellster Mann der Welt« gilt. Er wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Sein Sohn bot an, die Acherner Motorradbegeisterten persönlich durch die derzeit laufende Sonderausstellung über seinen Vater Wilhelm Herz im Technik- Museum Speyer zu führen. Als pulvrig und weich bezeichnete Heinz Herz das Salz, auf dem er in einem Nachbau des Rekordmotorrads seines Vaters gefahren war. Sonnenbrille und hoher Lichtschutzfaktor seien ein Muss, sagte er. Vorher den Veranstalter zu fragen, ob sie abseits der Strecke auf dem ungewohnten Untergrund fahren können, wäre sinnvoll, riet er außerdem. Vor allem aber nannte er gute Kontaktleute vor Ort, unter anderem einen deutschen Feinmechaniker mit einer hervorragenden Werkstatt in Salt Lake City.

Die letzten Handgriffe an dem in 2000 Arbeitsstunden über einen Zeitraum von fast zwei Jahren gebauten Motorrad bestanden darin, weitere Bleigewichte an der Hinterachse anzubringen, damit Günter Retsch mit 300 PS unter dem Hintern fest auf dem Boden bleibt, wenn für ihn ab 25. August auf dem Salzsee von Bonneville in Utah die grüne Startfahne geschwenkt wird und er nur noch ein Ziel hat: 350 Stundenkilometer schnell zu sein.